Der Spatzenkalender
Januar
An Winternachmittagen allgemein, wenn die Hauptaktivität bereits eingstellt ist, sammeln sich die Tiere einer Kolonie an typischen Plätzen. Reisighaufen beispielsweise bieten tagsüber einen beliebten Aufenthaltsort. Besonders aber wo Hecken oder Büsche vorhanden sind ziehen sie sich auch später am Tag dorthin zurück und beginnen mit einer Art sozialem Gesang, bei dem die oft zahlreichen (weil hier konzentriert) Vögel gleichzeitig mäßig laut Schilpen.
Man bekommt den Eindruck, als lausche man einer allgemeinen Unterhaltung. Zwischendurch kann für kurze Zeit Stille herrschen. Doch unvermittelt beginnt ein Tier mit erneuten Rufen und die übrige Schar stimmt mit ein. Da Haussperlinge außerhalb der Brutzeit ihre Schlafplätze generell sehr früh am Tag aufsuchen, wirken die Brutkolonien in dieser Jahreszeit mit ihren verkürzten Helligkeitsphasen oft wie ausgestorben.
Februar
Manchmal ist in Ausnahmefällen in diesem Monat schon deutliche Nestbauaktivität zu beobachten, wird aber erst in den folgenden Monaten ausgeprägt sein. Allgemein hat nun auch wieder die Suche nach geeigneten Nistplätzen zugenommen und Höhleninspizierungen können oft beobachtet werden. Die genutzten Niststellen sind sehr variabel. Es können beispielsweise Mauernischen, Hohlräume unter Dachziegeln, Höhlen hinter Regenrohren oder Stellen an Efeuwänden sein.
Aber auch Freinester werden von Haussperlingen in Pflanzen oder an anderen Stellen gebaut. Um diese Zeit nehmen die auffälligen Balzjagden langsam zu. Bei dieser sozialen Balz wird ein Weibchen von mehreren Männchen in rasantem Flug verfolgt und unter heftigem Rufen angebalzt. Allerdings sind Haussperlinge monogam und führen eine Dauerehe, obwohl es auch regelmäßig Fälle von Bigamie gibt.
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