Der Spatzenkalender
Mai
Die ersten Jungen sind zum Monatsende, oft auch schnon zur Monatsmitte, flügge. Die Tiere einer Brut und auch weitere Jungvögel sitzen zusammen an bestimmten Stellen in größeren Pflanzen oder im Gebälk von Stallungen. Sie können zwar schon ausgezeichnet fliegen, sind jedoch noch sehr unerfahren und können sich nicht selbständig ernähren. Daher werden sie noch 10 bis 14 Tage lang von den Elterntieren betreut. Dies schließt auch die Fütterung mit ein, wobei ihre Ernährung nun langsam rein vegetarisch wird.
Mit zunehmender Sicherheit folgen sie den Eltern auch durch das unmittelbare Gelände, lernen den Lebensraum kennen und gewinnen an Erfahrung. Die Sterblichkeitsrate ist jedoch extrem hoch, da viele Gefahren existieren. Nicht zuletzt können sie leicht das Opfer einer Reihe von Feinden werden. Sperber (Accipiter nisus) beispielsweise sind vielerorts die Hauptfressfeinde der Haussperlinge und besuchen gerade zur Brutzeit oft die Kolonien.
Juni
Die Jungen der 1. Brut sind nun in der Lage, sich selbständig zu ernähren. Sie verlassen die Brutkolonie und schließen sich größeren Gruppen von Jungvögeln in der näheren Umgebung an. Gemeinsam rasten und übernachten sie in Gebüschgruppen, gehen auf Nahrungssuche oder baden im Sand. Diese hier entstehenden kleinen Schwärmen wachsen im Laufe der nächsten Wochen weiter an, wenn sich nach und nach auch die Jungen der folgenden Bruten anschließen.
Im Spätsommer können dann mitunter recht große Schwärme auf den Feldern zu beobachten sein. Bei manchen dieser Tiere beginnt, wenn sie bereits das entsprechende Alter erreicht haben, schon Ende Juni die Mauser, was bei den Alttieren in den Kolonien erst im kommenden Monat der Fall sein wird. Die Brutpaare hier haben inzwischen wieder eine 2. Brut begonnen. Für sie beginnt die sehr anstrengende Jungenaufzucht nun erneut.
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