Die Langzeitstudie am Reiterhof

Kernbereich des Forschungsprojekts ist eine Langzeitstudie an der Haussperlingspopulation eines landwirtschaftlichen Betriebes im Süden der Stadt Essen (Nordrhein-Westfalen). Das Untersuchungsareal befindet sich in einem ländlichen Gebiet, geprägt durch landwirtschaftliche Nutzflächen und kleinere Waldbereiche.

Auch wenn landwirtschaftliche Betriebe mit Pensionspferdehaltung, so wie im vorliegenden Fall, einen idealen Lebensraum für Haussperlinge darstellen, so unterliegen die hier lebenden Spatzenbestände auch diversen negativen Einflüssen. Die Auswirkungen der verschiedenen Einflüsse zu analysieren und die Bestandsentwicklung zu dokumentieren ist einer der Forschungsinhalte.

Weitere Forschungsbereiche wie die gezielte Untersuchung der Fortpflanzungsbiologie, des Sozial- und Feindverhaltens, sowie der Verteilungsmuster der Tiere in Raum und Zeit, sind eng hiermit verknüpft, sodass die Erkenntnisse aus den verschiedenen Bereichen in die Gesamtanalyse mit einfließen.

Im Dezember 2005 wurden im größten Stallgebäude 12 Nistkästen an gebracht, welche für die Installation entsprechender Überwachungs- kameras präpariert sind. Bei der Kontrolle des Nestinnern kommen spezielle Miniaturkameras zum Einsatz, welche die Aufnahmen in der dunklen Umgebung mittels Infrarotbeleuchtung ermöglichen. Das Bild- material kann über einen mobilen Monitor ausgewertet, beziehungs- weise mittels Rekorder aufgezeichnet werden.

Auf diese Weise ist eine für die Tiere völlig störungsfreie Beobachtung möglich. Das Verfahren erlaubt die Gewinnung detaillierter entwicklungsbiologischer Daten. Zudem können die bereits ermittelten Ergebnisse verifiziert werden.

Haussperlinge nutzen in ihrem jeweiligen Lebensraum verschiedene Strukturen für ganz bestimmte Zwecke. Veränderungen der Strukturen sind daher von bedeutendem Einfluss auf die Tiere. Die Auswirkung solcher Veränderungen wird experimentell untersucht.

Art, Umfang und Verfügbarkeit insektivorer Nahrung während der Brutzeit sind entscheidende Kriterien hinsichtlich des Bruterfolges. Anhand von Zusatzfütterungen wird der Einfluss von Veränderungen des Nahrungsangebotes untersucht.

Seite 1  |   Seite 2  |   Seite 3  |   Seite 4  |   Seite 5  |   Seite 6  |   Seite 7  |   Seite 8  |   Seite 9  |