Versorgung hilfsbedürftiger Tiere

2. Jungvögel

Wenn Jungvögel das Nest „planmäßig“ verlassen, so können sie bereits gut fliegen. Es kommt jedoch auch regelmäßig vor, dass ein Vogel aus dem Nest fällt oder zu früh ausfliegt. Ist der Jungvogel noch nackt oder nicht voll befiedert, so wäre es ratsam, ihn wieder in das Nest zu setzten. Dies setzt selbstverständlich voraus, dass das Tier keine offensichtlichen Verletzungen aufweist und das Nest gut erreichbar ist. Das Anfassen des Jungtieres selbst stellt, anders als bei Säugern, kein Problem dar, da der Geruchssinn bei Vögeln allgemein nicht so stark ausgeprägt ist und die Elterntiere hierdurch nicht verunsichert werden. Im Nestbereich sollte allerdings nichts verändert werden, um keine eventuellen Störungen zu verursachen. Ist das Nest nicht erreichbar, so müsste das Junge mitgenommen und versorgt werden. Eventuell ist in der nächstgelegenen Tierarztpraxis eine Stelle bekannt, wo solche Jungtiere aufgezogen werden. Hierbei kann auch die Internetseite www.Wildvogelhilfe.org (siehe unter - Externe Links -) sehr hilfreich sein. Ist der Jungvogel schon voll befiedert, so sollte zunächst abgewartet werden. Normalerweise wird er von den Eltern weiter versorgt.

Die Aufzucht eines jungen Haussperlings ist sehr zeitintensiv. Die Fütterungen müssen von ca. 6:30 morgens bis etwa 22:30 Uhr erfolgen. In den ersten Lebenstagen wird mehrmals in der Stunde gefüttert, wobei die Abstände mit dem Heranwachsen entsprechend größer werden. Daran, wie stark der Kropf gefüllt ist, kann zudem festgestellt werden, ob genügend Nahrung verabreicht wurde. Es ist wichtig, zunächst fast ausschließlich tierische Nahrung zu verfüttern, damit viel Eiweiß aufgenommen werden kann. So sollten möglichst lebende wirbellose Tiere wie Blattläuse, Fliegen oder auch Fliegenmaden (letztete tot) verfüttert werden. Wenn aber die Nahrungsbeschaffung zu schwierig wird, kann man auch auf anderes Futter zurückgreifen, wie getrocknete Insekten und Papageien-Handaufzuchtfutter. Diese Futterarten können somit ergänzend verabreicht werden, im Notfall auch alleine. Hartschaliges Futter wie Mehlwürmer kann später, dann auch nur ergänzend angeboten werden. Im Alter von etwa 2 Wochen erfolgt langsam die Umstellung auf Körnerfutter. Zur Umstellung auf die selbständige Ernährung mittels Körnerfutter sind Waldvogelfutter und Kanarienfutter geeignet. Man kann es zu Beginn ein wenig quetschen, um die Aufnahme etwas zu erleichtern, schließlich aber auch in ganzer Form anbieten. In vielen Fällen wird die Altersbestimmung eines Findlings Schwierigkeiten bereiten. Das Insektenfutter sollte daher fortwährend angeboten werden, während das Körnerfutter schon zur rechten Zeit vom Vogel selbst aufgenommen wird.

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